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Das Wichtigste sind für mich meine Familie, also mein Mann und meine Kinder und meine wenigen aber dafür umso wertvolleren Freunde. Ich koche leidenschaftlich gerne, ich lese leidenschaftlich gerne und und erfülle mir gerade meinen Traum vom Schreiben. Mittlerweile habe ich drei Kinderbücher veröffentlicht, schreibe an einem Gemeinschaftskrimi, an einem Thriller und plane das nächste Kinderfantasy-Buch. Ich liebe es zu reisen und ich liebe Sonne...und...und ...und

Sonntag, 29. Januar 2017

Sheila McLane

Meinen Lieben,

die Autorin Sheila McLane hat anlässlich meiner Idee eines Krimi- und Wochenendes, an dem Autorenfreunde von mir ihre veröffentlichten, aber auch gerade in Arbeit befindlichen Bücher und Kurzgeschichten vorstellen,  folgenden Beitrag in meiner FB-Chronik  Katharine Loster gepostet. Den möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Als Autorin bin ich genremäßig nicht festgelegt. Daher biete ich Euch hier den Anfang meines Thrillers. Viel Spaß mit meinem coolen
*Joe Shadow*

- 1 -
›I’m on the Highway to hell‹
Wie ein Wurm fraß sich Bon Scotts Kratzstimme durch mein Unterbewusstsein. Als sie meine Wahrnehmung erreichte, spürte ich das leichte Schaukeln des Nachens und wusste, wo ich mich befand. Der säuerlich-bittere Geschmack im Mund erinnerte an in Schwarzbier ertränkte Wut und Selbstmitleid.
Ich öffnete die Augen.
Der Nachthimmel verlor bereits an Glanz und die Schatten der Pappeln und Weiden gewannen an Farbe.
›Highway to hell‹
Ich tastete nach meiner Jacke, die ich als Unterlage für den Kopf benutzt hatte.
›I’m on the Highway to hell‹
Die Lautstärke des Klingeltons nahm zu. Bis ich das Handy aus der Tasche gepult hatte, verstummte es.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Manu anrufen sollte, hatte ich es angelassen.
›Unbekannter Teilnehmer‹ zeigte das Display. Ich schob es zurück in die Tasche und setzte mich auf.
Die Akteure des morgendlichen Sinfonieorchesters stimmten die Instrumente. Ein Graureiher flog mit schwerem Flügelschlag und einen urtümlichen Schrei durch den aufsteigenden Nebel. Auf der Flucht vor den nimmersatten Mäulern von Hechten und Waller sprangen Fische und landeten platschend auf der Wasseroberfläche. Verschlafen flötete eine Amsel im Unterholz ihr Solo, zeitweise übertönt von dem Stakkato eines Spechtes und dem Keckern der Eichhörnchen.
Ich zündete mir einen Zigarillo an und gab mich der Illusion von unberührter Wildnis hin.
Andreas hatte mich versetzt, das war seltsam. Dass sich Manu nicht meldete, war normal. Es gab keinen größeren Sturkopf.
›Highway to hell‹, unterbrach meine Gedanken erneut.
»Yep?«
»Ossip-Söhnchen, fahr sofort zu deiner Wohnung. Wir treffen uns dort.« Der Anrufer beendete das Gespräch.
Nur ein Mann rollte das ›R‹ gekonnter als ein Italiener und nannte mich ›Ossip-Söhnchen: Shora Wladimirowitsch Medwedew — eine weitere Stimme aus meiner Vergangenheit.
Trotz Shoras Drängen rauchte ich den Zigarillo zu Ende.
Zwei Stimmen aus der Vergangenheit innerhalb von zwölf Stunden war eine Stimme zu viel, um an Zufall zu glauben.
Der wolkenlose Himmel verfärbte sich ultramarinblau, was einen weiteren heißen Tag versprach.
Ich würde mir anhören, was Shora zu sagen hatte. Danach würde ich mir eine Dusche und ein Frühstück gönnen. Mit etwas Glück wäre ich vor der Mittagshitze in Sippersfeld. Den Rest des Tages würde ich in meiner Hängematte liegen und im See schwimmen. Dazu noch ein Buch lesen und am Abend Manu anrufen.
Soweit mein Plan.
Zehn Minuten und eine Katzenwäsche später saß ich auf der Shadow und fuhr Richtung Mannheim. Am Sonntagmorgen, kurz vor fünf, waren die Straßen frei. Ich ignorierte die Geschwindigkeitsbegrenzungen und erreichte den Luisenring in rekordverdächtigen fünfunddreißig Minuten.
Ich bog in die K3 ein und stieg gleich hinter der Kurve in die Eisen. Bei dem Anblick der Polizeieinsatzfahrzeuge vor dem roten Backsteinhaus wusste ich: Mein Tag würde anders verlaufen als geplant.
Ein Mann trat an meine Seite. Ohne hinzusehen wusste ich, wer es war. Der schwere Geruch seines Rasierwassers von erdigem Sandelholz, Myrrhe und Ingwer stieg mir in die Nase.
»Was, zum Teufel, ist hier los, Shora?«
»Uljana Iwanowa hat mich angerufen. In deiner Wohnung liegt ein Toter.«
Warum Uljana ihn und nicht mich anrief, musste ich später klären.
»Hat Uljana die Polizei informiert?«
Shora schnaubte. »Dann hätte sie mich nicht angerufen!«
Ich nickte, schaltete und rollte auf das Haus zu.
Aus dem schmalen, zweiflügeligen Holztor trat ein schmächtiger Mann. Horst Schäfer, Kripo Mannheim und ... ehemaliger Klassenkamerad.
Seit unserem letzten Zusammentreffen vor sieben Jahren waren die dünnen blonden Haare zu Flusen verkümmert, die Hornbrille einige Dioptrien stärker, Hemd und Hose modischer geworden. Besser als die ausgebeulten verwaschenen Cordhosen und Omas selbst gestrickte Pullunder aus der Schulzeit sahen sie an Horst nicht aus.
Ein Uniformierter, dem bereits die Haare schweißnass an der Stirn klebten, stellte sich mir in den Weg.
»Lassen Sie ihn durch, Kollege.« Horst kam auf mich zu. »Hallo, Joe!«
Er hielt mir die Hand entgegen. Ich streifte sie mit einem Blick. Es war die breite knochige Hand eines Bauern, aber weich und gepflegt wie bei einem Model. Unter Horsts rechtem Auge begann ein Nerv zu zucken und er zog die Hand zurück.
»Immer noch eine Shadow?« Er besah sich meine Maschine. »Kaum zu erkennen, aber sie hat was. Selbst umgebaut?«
Als ob er etwas davon verstehen würde!
»Und alles im Fahrzeugschein eingetragen … was ist hier los?«
Seine wasserblauen Augen starrten an meinem Oberarm vorbei, Richtung Shora. Auf der Suche nach einer Erklärung, warum sich ein russischer Pate aus Heidelberg frühmorgens in Mannheim an einem Tatort herumtrieb, konnte ich die Zahnrädchen in Horsts Kopf knirschen hören.
»Eine Leiche. In deiner Wohnung.« Endlich sah er mich wieder an. »Ich hätte noch Fragen an dich.«
Ich verschränkte die Arme vor der Brust. »Schieß los.«
»Im Präsidium, Joe.«
Unsere Blicke verhakten sich.
»Willst du mir gleich Armbänder anlegen?«
Ein Atemzug, zwei - dann wandte er sich ab.
»Fahr einfach hinterher.«
Liebe Grüße von Sheila, und natürlich von mir -
Eure Katharine

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